Amateurfunkbake am Südpol

  • 12.05.17 18:04
  • Willi Kraml, OE1WKL (Red.)
  •   ÖVSV Dachverband

Dem DARC ist wieder ein ganz großer Coup gelungen, der sogar international Beachtung findet. Wie uns heute das Alfred Wegener Institut für Polarforschung mitgeteilt hat, wurde unser Projektantrag, in der Antarktis eine Funkbake zu installieren, nun auch amtlich genehmigt. Der offizielle Projektpartner ist Prof Dr. Ing. Ulrich Walter von der TU München, ehemaliger Astronaut und auch Funkamateur, der das für den DARC in die Wege geleitet hat.
Damit kann der Sender/Empfänger wohl im September mit auf die Reise an den Südpol gehen und von Polarfoscher Felix Riess DL5XL vor Ort installiert werden. Wir werden nun Hardware aufbauen, vielleicht bekommen wir auch noch etwas
Unterstützung von diversen Münchner Elektronik-Unternehmen...

Am 23.05.17 wird Rainer DF2NU hierzu nach Bremen reisen um die Logistik mit dem AWI zu besprechen. Ein kleines Detail ist sehr interessant. Der wissenschaftliche Beirat des Alfred Wegener Institutes hat das Projekt als wissenschaftlich "Outstanding" eingestuft in 3 der 5 Kategorien, in den restlichen beiden als "Excellent".

Fragt sich nur, wieso vorher niemand auf diese Idee kam. Dabei hat eine Rolle gespielt dass mit sehr geringem finanziellen Aufwand eine große Zahl von Erkenntnissen zu erwarten ist über die Ionosphäre in Polargebieten. Auch wurde vom Beirat konstatiert dass es bisher praktisch noch keine
derartigen Erkenntnisse gibt. Die Amateure können bei diesen Erkenntnissen helfen.

Das beweist unsere Einschätzung, dass die geplante Funkbake in der Antarktis auch in wissenschaftlicher Hinsicht als sehr interessant eingestuft wird und der DARC wieder mal weltweit die Maßstäbe setzt. Mehr in Kürze.

Ergänzend dazu schreibt Daniel Wendt-Fröhlich:

Soweit ich weiß, soll es wohl auch eine WSPR-Bake mit FPGA-TRX (RedPitaya o.ä.) werden, damit man möglichst flexibel bleibt. Damit wäre sogar Betrieb auf mehreren Bändern gleichzeitig möglich. Aber das scheint noch nicht in Stein gemeißelt, weil es dazu noch Hardwaretests gibt. Die Hardware wird zwar in einen beheizten Container kommen, aber trotzdem will man da wohl kein Risiko eingehen, wenn ich da Michael DK5HH richtig verstanden habe.
Mir war aber völlig neu, dass Eis isolierend wirkt und es völlig ausreicht, wenn die Antenne 1-2m über dem Eis hängt, damit sie nicht einschneit - das soll dann einer Höhe von ca. 200m entsprechen.
Mal schauen, wie das am Ende aussieht. Ich denke, von dem Projekt wird man in den nächsten Monaten noch mehr hören, spätestens aber zum Beginn der antarktischen Sommers.

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