Referat für Bandwacht
Was können Funkamateure und SWLs für den Erhalt unserer Bänder
tun ? Der Grundsatz lautet
Hören – Notieren – Melden
Es ist durchaus möglich, dass sich Eindringlinge durch absichtliches Stören vertreiben
lassen. Jedoch ist das meist nicht von Dauer, der Eindringling kommt wieder, vielleicht nicht auf
der selben Frequenz, aber wahrscheinlich irgendwo in der näheren Umgebung. Ganz und gar sinnlos ist
das Stören bei Rundfunksendern oder kommerziellen Funkdiensten, die weit höhere Leistungen
verwenden als wir.
Zielführender ist vielmehr, aktiv die Frequenzen zu beobachten und gegebenenfalls eine geeignete
Recording-Software für die PC-Soundkarte einsatzbereit zu halten. Die gute alte Tonband-Aufnahme
tuts auch. Mit diesen Hilfsmitteln kann der Störer aufgezeichnet werden, um die Tonkonserve später
nach Identifikationen, Standorten etc abzusuchen. Hat man dann einige Informationen beisammen, kann
man den Eindringling an die Bandwacht melden. Die Bandwacht leitet die Meldungen dann an die
Behörde weiter, welche den Eindringling aus dem Verkehr ziehen kann.
Viele Amateurfunkverbände haben bereits Bandwachten eingerichtet. Sie stehen in engem Kontakt
zueinander. Die Bandwachten haben ein Raster mit sieben Spalten erarbeitet. Es umfasst:
1.
Frequenz in Kilohertz (kHz)
2.
Betriebsart Mode
3.
Zeit in UTC
4.
Tag
5.
Rufzeichen des Störers, soweit bekannt
6.
Land, falls bekannt
7. Bemerkungen: z.B. Inhalt der Aussendungen, Sprache, etc.
Am meisten zu empfehlen ist eine Meldung per E-Mail. Sie ist schnell und kann, wenn notwendig,
sofort an die Behörde per Mausklick weitergegeben werden. Natürlich tut es auch die Snail Mail
(Schneckenpost) in Form eines Briefes oder Postkarte.
Und nun einige Tipps und Kniffe für Meldungen an die Bandwacht:
Grundsätzlich sollte man immer dem eigenen Empfänger misstrauen wenn ungewöhnliche Signale
auf ungewöhnlichen Frequenzen auftauchen. Empfangsabschwächer oder Behelfsantennen lassen
vermeintliche Eindringlinge plötzlich verschwinden. Das Geistersignal wurde also im Empfänger
erzeugt. Auch ein eventuell vorhandener Zweitempfänger mit unterschiedlicher Frequenzaufbereitung
sorgt hier sehr schnell für Klarheit.
Wenn nun also eine oder mehrere Nicht-Amateurfunkstationen festgestellt wurden, dann sollte
der Sachverhalt nach dem obigen 7-Punkte-Muster notiert und an die Bandwacht gesendet werden.
Bitte auch eventuell vorhandene Richtantennen verwenden. Mit einer 3-Element-Beam kann man
von OE aus durchaus feststellen, ob ein Signal aus der GUS, dem Nahen Osten, aus Zentral- oder aus
Westafrika kommt. Diese grobe Peilung wird dann unter Punkt 7 (Bemerkungen) eingetragen.
Folgende Dinge sollte man nicht an die Bandwacht melden:
Funkamateure, welche gegen Bandpläne verstoßen, also im CW-Bereich SSB machen oder umgekehrt
(z.B. bei Contesten). Ein leidiges Thema ist auch das 30-Meter-Band, das von französischen OMs
immer wieder in SSB benutzt wird. Hier ist die Bandwacht machtlos. Gleiches gilt auch für
geheimnisvolle Knackgeräusche, die aus der Heizung des Nachbarn, oder vom elektrischen Weidezaun
der benachbarten Schafweide stammen. Auch für Störungen des Sonderkanals S6 ist die Bandwacht nicht
zuständig.
Zum Schluss dieser kurzen Einführung möchte ich noch einmal die
Bitte um tatkräftige Mitarbeit loswerden. Alle Personen, welche bereits
Erfahrungen mit Eindringlingen oder auch mit der Bandwacht-Arbeit haben, mögen sich bei mir unter
bandwacht@oevsv.at
zum Erfahrungsaustausch melden. Auch Personen mit guten Fremdsprachen-Kenntnissen (z.B.
russisch oder arabisch) sind bei der Bandwacht goldrichtig. Bei entsprechendem Interesse ist auch
eine Mailingliste denkbar, um Intruder-Meldungen in Echtzeit an die Mitarbeiter der Bandwacht zu
senden. In dieser Rubrik werden in Zukunft immer wieder die Meldungen der Bandwacht-Mitarbeiter
sowie Tipps und Tricks rund um das Aufspüren und Identifizieren von Eindringlingen veröffentlicht.
Bis dahin...
vy 73
Alex, OE3DMA
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