DER „ALPE-ADRIA-CONTEST“
Ein historischer Rückblick
Der ALPE-ADRIA-Contest ist eine Initiative der benachbarten Länder Italien, Slowenien, Kroatien
und Österreich. Da diese Länder zwischen den Alpen und dem Adriatischen Meer liegen, nannte man
diesen Bewerb ALPE-ADRIA.
Die Idee hiefür wurde schon 1971 geboren. Durch den Einsatz einiger unermüdlicher
OM`s kann dieser Bewerb auch nach 40 Jahren immer noch als ein Meilenstein in der Geschichte des
Amateurfunks betrachtet werden.
Eine typische UKW-Station war damals noch quarzgesteuert und wurde in der Modulationsart AM
betrieben. SSB war auf UKW noch nicht gebräuchlich. Es wurde viel experimentiert und die meisten
Stationen entstanden im Eigenbau.
Im Vergleich zur Kurzwelle waren nur wenige Stationen auf UKW zu hören und es gab auch
kaum kommerzielle Neugeräte. Anfangs war es auch sehr schwer, die für den UKW-Eigenbau benötigten
Bauteile zu bekommen, bzw. sie waren sehr teuer. Dennoch wurde viel herumprobiert und
experimentiert.
Der Schwerpunkt dieser Aktivitäten in Mitteleuropa lag in Deutschland. Dieses Land war auch
lange Zeit in jeder Hinsicht führend. Da sich in diesem Gebiet das UKW-Band für Kurzstrecken QSO`s
sehr gut eignete, fand dieser Frequenzbereich in Deutschland großes Interesse. Grund dafür war
sicher eine größere Anzahl von Funkamateuren und die größtenteils flache Landschaft. Also ideale
Voraussetzungen für diese Frequenzen.
Nicht zuletzt machten es der wirtschaftliche Aufschwung und der Forschungsdrang vieler
Funkamateure, wie unter anderem YU3BH und OE8MI dem damaligen UKW-Manager in Kärnten, möglich,
diese neue Welt der UKW-Frequenzen zu erobern. Diese OM`s machten sich schon damals Gedanken
darüber, wie man die Aktivitäten auf diesen Bändern erhöhen könnte.
Es war in der damaligen Zeit sehr sehr schwierig in einem Gebiet wie in den Alpen, funkmäßig mit
dem sehr aktiven Norden mitzuhalten. Da diese Funkamateure aber sehr aktiv auf den UKW-Bändern
waren, versuchten die Funkamateure aus den Alpenländern unter anderem durch die Teilnahme an
Kontesten dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Sie trafen sich auch des Öfteren um eine erfolgreiche Bandstrategie auszuarbeiten. Der
VHF-Kontest war das erste erfolgreich ausgearbeitet Projekt und wurde „ALPE-ADRIA-CONTEST“ genannt.
Dieser Bewerb wurde jährlich durchgeführt. Die Organisation lag abwechselnd in den Händen von OE, I
und YU.
Diese Iniative war sehr bald von Erfolg gekrönt und die Beliebtheit dieses Bewerbes wurde von
Jahr zu Jahr größer. Als sichtbares Zeichen dafür war die rege Teilnahme von Funkamateuren aus den
verschiedensten Ländern in Europa anzusehen.
Bei manchen Kontesten wurden immer wieder neue Entfernungsrekorde aufgestellt. Nicht unwichtig
ist das Kontestdatum, denn im Hochsommer kann man gute Funkbedingungen erwarten. Ebenso ist die
Teilnehmeranzahl in der Urlaubszeit natürlich höher. Besonders die Kategorie „portable“ hat sich
als sehr erfolgreich erwiesen.
Die Siegerehrung nach dem Kontest gab vielen OM`s die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten aus
den verschiedensten Ländern zu treffen. In den Anfangsjahren wurden diese Treffen in der
wunderschönen, im 18. Jhdt. erbauten „Villa Manin“, in der Nähe von Udine, durchgeführt. Dieser Ort
ist zentral gelegen und von allen Ländern gut erreichbar. Später wurde diese Veranstaltung dann vom
jeweils organisierenden Land ausgerichtet.
Abschließend ist anzumerken, dass diese Initiative in Europa wohl einzigartig ist. Besonders im
Zeitalter der „Europäischen Union“ sind die Funkamateure der verschiedensten Länder noch enger
zusammen gerückt.
(So manche Politiker könnten sich davon ein Beispiel nehmen, hi) Der „ALPE-ADRIA-CONTEST „
ist ein Paradebeispiel für die ausgezeichnete Zusammenarbeit verschiedener Länder. Es gibt
Europaweit keine ähnlichen Aktivitäten, mit Ausnahme von Skandinavien, wo unter Nachbarländern eine
ähnliche Initiative durchgeführt wird.
Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass dieser Bewerb nun schon sei 40 Jahren stattfindet.
Das damalige politische Klima war bestimmt nicht angetan, um eine solche Aufgaben gemeinsam
durchzuführen. Nicht unerwähnt soll aber auch sein, dass die OM`s aus dem ehemaligen Jugoslawien zu
Beginn des Bewerbes die führende Rolle übernahmen.
Eine bestimmt nicht leichte Aufgabe verglichen zu den neutralen und freien Ländern wie Italien
und Österreich.
Damals wehte noch nicht der Wind des Vereinten Europa in diesen drei Nationen, doch mit
eisernem Willen und den Weitblick einiger OM´S konnte der Erfolg nicht ausbleiben.
Welch große und einzigartige Idee.
von Dino Fachin IV3FDO
Alpe-Adria-Referent Italien
bearbeitet von OE8RZS
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