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Referat für Bandwacht

OE3GSA
Was können Funkamateure und SWLs für den Erhalt unserer Bänder tun ? Der Grundsatz lautet
Hören – Notieren – Melden
Es ist durchaus möglich, dass sich Eindringlinge durch absichtliches Stören vertreiben lassen. Jedoch ist das meist nicht von Dauer, der Eindringling kommt wieder, vielleicht nicht auf der selben Frequenz, aber wahrscheinlich irgendwo in der näheren Umgebung. Ganz und gar sinnlos ist das Stören bei Rundfunksendern oder kommerziellen Funkdiensten, die weit höhere Leistungen verwenden als wir.

Zielführender ist vielmehr, aktiv die Frequenzen zu beobachten und gegebenenfalls eine geeignete Recording-Software für die PC-Soundkarte einsatzbereit zu halten. Die gute alte Tonband-Aufnahme tuts auch. Mit diesen Hilfsmitteln kann der Störer aufgezeichnet werden, um die Tonkonserve später nach Identifikationen, Standorten etc abzusuchen. Hat man dann einige Informationen beisammen, kann man den Eindringling an die Bandwacht melden. Die Bandwacht leitet die Meldungen dann an die Behörde weiter, welche den Eindringling aus dem Verkehr ziehen kann.

Referatsleiter: Gerhard Schweidler, OE3GSA

Viele Amateurfunkverbände haben bereits Bandwachten eingerichtet. Sie stehen in engem Kontakt zueinander. Die Bandwachten haben ein Raster mit sieben Spalten erarbeitet. Es umfasst:

1.  Frequenz in Kilohertz (kHz)
2.  Betriebsart Mode
3.  Zeit in UTC
4.  Tag
5.  Rufzeichen des Störers, soweit bekannt
6.  Land, falls bekannt
7. Bemerkungen: z.B. Inhalt der Aussendungen, Sprache, etc.

Am meisten zu empfehlen ist eine Meldung per E-Mail. Sie ist schnell und kann, wenn notwendig, sofort an die Behörde per Mausklick weitergegeben werden. Natürlich tut es auch die Snail Mail (Schneckenpost) in Form eines Briefes oder Postkarte.

Und nun einige Tipps und Kniffe für Meldungen an die Bandwacht:
Grundsätzlich sollte man immer dem eigenen Empfänger misstrauen wenn ungewöhnliche Signale auf ungewöhnlichen Frequenzen auftauchen. Empfangsabschwächer oder Behelfsantennen lassen vermeintliche Eindringlinge plötzlich verschwinden. Das Geistersignal wurde also im Empfänger erzeugt. Auch ein eventuell vorhandener Zweitempfänger mit unterschiedlicher Frequenzaufbereitung sorgt hier sehr schnell für Klarheit.
Wenn nun also eine oder mehrere Nicht-Amateurfunkstationen festgestellt wurden, dann sollte der Sachverhalt nach dem obigen 7-Punkte-Muster notiert und an die Bandwacht gesendet werden.
Bitte auch eventuell vorhandene Richtantennen verwenden. Mit einer 3-Element-Beam kann man von OE aus durchaus feststellen, ob ein Signal aus der GUS, dem Nahen Osten, aus Zentral- oder aus Westafrika kommt. Diese grobe Peilung wird dann unter Punkt 7 (Bemerkungen) eingetragen.

Folgende Dinge sollte man nicht an die Bandwacht melden:
Funkamateure, welche gegen Bandpläne verstoßen, also im CW-Bereich SSB machen oder umgekehrt (z.B. bei Contesten). Ein leidiges Thema ist auch das 30-Meter-Band, das von französischen OMs immer wieder in SSB benutzt wird. Hier ist die Bandwacht machtlos. Gleiches gilt auch für geheimnisvolle Knackgeräusche, die aus der Heizung des Nachbarn, oder vom elektrischen Weidezaun der benachbarten Schafweide stammen. Auch für Störungen des Sonderkanals S6 ist die Bandwacht nicht zuständig.

Zum Schluss dieser kurzen Einführung möchte ich noch einmal die Bitte um tatkräftige Mitarbeit loswerden. Alle Personen, welche bereits Erfahrungen mit Eindringlingen oder auch mit der Bandwacht-Arbeit haben, mögen sich bei mir unter bandwacht@oevsv.at zum Erfahrungsaustausch melden. Auch Personen mit guten Fremdsprachen-Kenntnissen (z.B. russisch oder arabisch) sind bei der Bandwacht goldrichtig. Bei entsprechendem Interesse ist auch eine Mailingliste denkbar, um Intruder-Meldungen in Echtzeit an die Mitarbeiter der Bandwacht zu senden. In dieser Rubrik werden in Zukunft immer wieder die Meldungen der Bandwacht-Mitarbeiter sowie Tipps und Tricks rund um das Aufspüren und Identifizieren von Eindringlingen veröffentlicht. Bis dahin...

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